Dienstag, 10. Februar 2015

Faschingskostüme selber nähen - Anna und Elsa


Meine Mädels musste ich eigentlich nicht fragen, als was sie sich in diesem Jahr zu Fasching verkleiden wollten. Die Antwort war klar - als Anna und Elsa natürlich. Die Eisprinzessin begleitet uns nun schon das ganze letzte Jahr und ich bin immer wieder erstaunt, wie lange sich die Begeisterung für sie hält. Ob Elsa-Torte zum Geburtstag, Musik, Fernsehwünsche oder nun die Faschingskostüme - Elsa hier, Elsa dort. Erstaunlicherweise gab es nie eine Diskussion um die Rollenverteilung bei meinen Töchtern - die Große war Elsa, die Kleine Anna. Und so waren auch die Wünsche für die Faschingskleider. Die Große wollte Elsa sein, die Kleine Anna. Also hab ich viele Bilder angeschaut, (meiner Ansicht nach) wichtige von unwichtigen Details getrennt und in meinem Kleiderschrank und der gut sortierten Stoffkiste gekramt.

Für die Elsa mussten ein nie getragener Satin-Morgenmantel und ein Nachthemd aus beinah (vergessenen) Jugendzeiten von mir daran glauben. Mein Mann ist bald in Tränen ausgebrochen, als ich ihm gesagt habe, dass ich mein (altes) Nachthemd zerschneiden möchte. Aber meine Argumente, dass ich nicht mehr jünger werde und das Nachthemd wohl nicht mehr tragen werde, er dafür aber glänzende Augen seiner Tochter und eine ganz persönliche Elsa bekommen würde, haben ihn überzeugt. Ich hab meine Stoffe, Schnittmuster und kreative Ideen zusammengenommen und angefangen. Der obere Teil des Elsa-Kostüms besteht aus der Elodie von Farbenmix. Das Oberteil ist gedoppelt, sodass die über den Bauch zulaufende Spitze im Satinstoff gehalten werden konnte und am Innenstoff das Nachthemd, also das Rockteil, angenäht wurde. Die Ärmel sind abnehmbar und mit Druckknöpfen in die Elodie-Ärmel anzusetzen. Der Umhang ist 1 m Schneeflocken-Organza in voller Breite. Lediglich der Bodenabschluss ist leicht abgerundet. Während des Annähens des Umhangs (mit Hand) musste meine Tochter eine ganze Weile stillstehen. Es ist ihr sehr schwer gefallen, aber sie hat tapfer durchgehalten.




Das Anna-Kostüm hat letztendlich mehr Zeit "gekostet" als das Elsa-Kostüm. Für das Oberteil habe ich ein ausrangiertes, hellblaues Hemd meines Mannes genommen. Ein passendes T-Shirt-Schnittmuster hab ich am Kragen angelegt und das Hemd sozusagen auf passende Größe geschnitten. Aus dem Stoff der alten Ärmel wurden Ärmel in der richtigen Größe zugeschnitten und alles zusammengenäht. Direkt an das Hemd wurde der Rock angenäht. Über das Hemd-Kleid kommt dann das schwarze Oberteil. Das hab ich aus blauem Samtstoff gemacht und mit goldenem Stoff die Kanten saumartig angenäht. Für die Stickerei hab ich mich zum ersten Mal im Nähmalen versucht. Lediglich ein Anna-Bild als Vorlage hab ich mit dem engsten und längsten Zickzackstich einfach drauflos genäht. Die Stickerei ist krumm und schief geraten, aber für einen Anfänger im Nähmalen gar nicht so schlecht. Oder?


Der Umhang hat mich einige Stunden und Nerven gekostet. An ihm hab ich probiert, geschnitten, genäht, aufgetrennt und neu gemacht. Die 100%ig passende Bommelborte/Pompomborte hab ich nicht gefunden, aber mit dem Kompromiss bin ich auch ganz zufrieden. Der Originalumhang hat zwar nur einen Verschluss, dafür war mein Gewandhaken aber zu klein. Da der Umhang vom Stoff her recht schwer ist, hab ich ihn sicherheitshalber zusätzlich mit Druckknöpfen am  Hemdkragen befestigt.

Meine Mädels sind auf jeden Fall begeistert. Sie können Fasching gar nicht mehr erwarten. Am Liebsten würden sie schon jetzt die Kostüme anziehen und nicht mehr ausziehen. Da halte ich aber noch immer meine Hand schützend über die Kleider. Zu groß ist meine Sorge, dass auf beiden Faschingskostümen sich sonst bis Rosenmontag reichlich Flecken befinden. Die paar Tage bis zur Faschingsfeier müssen die beiden noch durchhalten. Danach dürfen sie meinetwegen als Anna und Elsa auch schlafen gehen.

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